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Aiolos schlägt zurück Aiolos schlägt zurück
29. Juni 2026

Aiolos schlägt zurück

Was für ein Kontrast. Am Samstag brannte die Sonne mit über 36 Grad auf den Thunersee, der Himmel zeigte sich strahlend blau und wolkenlos, doch der ersehnte Wind blieb aus. Als sich über dem Stockhorn schliesslich eine mächtige Gewitterzelle aufbaute und die Starkwindwarnung aktiviert wurde, blieb der Wettfahrtleitung zur Sicherheit der Segelnden nichts anderes übrig, als den Regattatag frühzeitig abzubrechen.


Die Stimmung liess sich davon jedoch nicht trüben. Beim gemeinsamen Abendessen auf der Terrasse des Thunersee Yachtclubs genossen die Seglerinnen und Segler den lauen Sommerabend, blickten auf den im Sonnenuntergang glitzernden See und liessen den Samstag in entspannter Atmosphäre ausklingen. Begleitet wurde der erste Regattatag zudem von Tania Lienhard vom nautischen Magazin Marina.ch, das auch in dieser Saison wieder über den compasscup berichtet.

 

Über Nacht änderte sich alles.

 

Ein kräftiges Gewitter brachte die ersehnte Abkühlung und am Sonntagmorgen präsentierte sich der Thunersee wie ausgewechselt. Kräftiger Oberwind mit vier bis fünf Windstärken, weisse Schaumkronen und hohe Wellen sorgten für Bedingungen, wie man sie am Zürichsee tagsüber nur selten erlebt. Es schien fast, als hätte der Windgott Aiolos den gesamten Wind des Samstags für diesen einen Morgen aufgespart.

 

Die erste Wettfahrt verlangte den Crews alles ab. Wellen rollten übers Deck, jedes Manöver musste sitzen und das Feld wurde innert kürzester Zeit weit auseinandergezogen. S2 Immobilien Promotion aus dem Segelclub Männedorf fand sich in diesen anspruchsvollen Bedingungen am besten zurecht und legte mit einem souveränen Sieg den Grundstein für den späteren Tagessieg.

 

Mit jeder weiteren Wettfahrt zeigte der Thunersee jedoch ein neues Gesicht. Aus Starkwind wurde Leichtwind, der Wind drehte hin und her und stellte die Crews immer wieder vor neue Aufgaben. Besonders im dritten Lauf teilte sich das Feld früh in zwei Gruppen. Vorne kämpften vier Teams um jede Bootslänge, dahinter lieferte sich eine weitere Gruppe ebenso intensive Positionskämpfe. Höchste Konzentration war gefragt, denn jeder kleine Fehler konnte gleich mehrere Plätze kosten.

 

Auffällig war dabei, dass sowohl auf der Kreuz als auch auf den Vorwindkursen die Seeseite Richtung Spiez immer wieder Vorteile bot. Wer den besseren Druck fand, konnte entscheidende Meter gutmachen. Davon profitierte nicht nur S2 Immobilien Promotion, die ihren Vorsprung weiter ausbauten, sondern vor allem die Schweizer Weinmanufaktur aus der Seglervereinigung Thalwil. Mit einer konsequenten und cleveren Seitenwahl arbeitete sich das Team gleich um zwei Plätze nach vorne und segelte verdient auf den zweiten Rang dieser Wettfahrt.

 

Die ständig wechselnden Bedingungen forderten jedoch nicht nur die Crews. Auch die Wettfahrtleitung hatte an diesem Wochenende alle Hände voll zu tun. Winddreher, Flautenfelder, Materialausfälle und die grosse Hitze verlangten laufend neue Entscheidungen und viel Fingerspitzengefühl. Gerade deshalb war die Wertschätzung der ONYX Seglerinnen und Segler für den grossen Einsatz des gesamten Organisationsteams umso grösser. Denn eines war sich die Flotte am Ende des Wochenendes einig: Nach Thun kommt man immer wieder gerne zurück.

 

Nach vier Wettfahrten stand schlussendlich fest: S2 Immobilien Promotion gewann den Act vor Werubau, beide aus dem Segelclub Männedorf. Rang drei sicherte sich erneut Azzurra aus dem Segelclub Stäfa. Nur einen Punkt dahinter verpasste die Schweizer Weinmanufaktur das Podest der Actwertung bereits zum zweiten Mal in Folge denkbar knapp. Auch in der Jahreswertung bleibt es spannend. Die Teams Werubau und Cosmopolitan vom Zürich International Sailing Club konnten sich jeweils um einen Rang verbessern. In der Teamwertung rückte zudem das Gespann Werubau und Gloor Planzer aus dem Yacht Club Horgen einen Platz nach vorne.

 

Der Thunersee zeigte an diesem Wochenende eindrücklich, wie vielseitig er sein kann. Innerhalb von nur 24 Stunden bot er beinahe alles, was den Segelsport so faszinierend macht: Gewitterstimmung, kräftige Thermik, Leichtwind, taktische Knacknüsse und packende Wettfahrten. Genau mit solchen Erinnerungen reist der compasscup weiter zur nächsten Herausforderung in zwei Wochen ins nächste Windrevier nach Ascona.

 

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