Drei Tage Sonne, Temperaturen über 30 Grad und ein Zürichsee, der seine ganz eigene Geschichte schrieb. Mit der traditionellen Pfingstregatta von Zürich nach Rapperswil stand für die ONYX Klasse die erste und einzige Langstreckenregatta der Saison auf dem Programm, organisiert durch den Zürcher Segelclub. Danach folgten zwei Tage Up and Down Regatten vor Rapperswil beim Yachtclub Rapperswil.
Bereits vor dem Start bot sich ein eindrückliches Bild. Siebzig Yachten verteilten sich beinahe über die gesamte Seebreite, mittendrin die ONYX Klasse mit beeindruckender Präsenz von knapp 15%. Darüber spannte sich ein wolkenloser Himmel, dahinter zeichnete der Föhn die Bergketten gestochen scharf in die Landschaft.
Der Start gelang bei leichtem Föhnwind überraschend dynamisch. Obwohl die Regatta von Ortschaft zu Ortschaft und nicht klassisch gegen den Wind gesetzt war, fühlte sich die erste Phase genau danach an. Die Yachten kreuzten sich den Zürichsee hinauf, suchten Druck im Wasser und tasteten sich von Böe zu Böe. Der Wind war zwar fast überall vorhanden, aber nie gleich stark. Immer wieder öffneten sich Windlöcher, wenige Meter daneben zogen andere Yachten bereits wieder davon. Je weiter die Flotte Richtung Obersee segelte, desto schwieriger wurde das Lesen des Sees. Spätestens bei der Fähre zwischen Horgen und Meilen zeigte der Zürichsee wieder einmal, wie abrupt er seine Windsysteme wechseln kann. Fast schlagartig drehte der Wind mehr Richtung Westen und die Flotte setzte geschlossen die Gennaker. Aus taktischem Kreuzen entlang der Goldküste wurde plötzlich ein Gleiten Richtung Rapperswil.
Das Team S2 Immobilien Promotion aus dem Segelclub Männedorf erwischte diesen Moment perfekt und passierte das Zwischenziel in Meilen als zweite Yacht des gesamten Feldes. Doch entschieden war noch lange nichts. Vor Männedorf brach der Wind erneut zusammen, die Abstände schmolzen dahin und plötzlich rückte das gesamte Feld wieder eng zusammen. Erst ab Uerikon frischte der Westwind nochmals spürbar auf und verwandelte die Schlussphase in einen regelrechten Sprint nach Rapperswil.
Nach knapp fünfeinhalb Stunden segelte S2 Immobilien Promotion als schnellste ONYX Yacht und als zweites Boot aller siebzig gestarteten Yachten über die Ziellinie. Besonders beeindruckend war auch die Aufholjagd des Teams Werubau aus dem Segelclub Männedorf. Zwischenzeitlich weit zurückgefallen, kämpfte sich die Crew im letzten Teil der Regatta nochmals eindrücklich nach vorne und sicherte sich Rang zwei innerhalb der ONYX Klasse vor Azzurra aus dem Segelclub Stäfa. Besonders bemerkenswert war die Dominanz der ONYX Klasse im Gesamtfeld. Sowohl nach tatsächlichem Zieleinlauf als auch nach Yardstickwertung platzierten sich gleich vier ONYX Yachten unter den besten sieben Booten, sprich der Top 10% der gesamten Regatta. Ein starkes Zeichen für die Klasse auf einem der grössten Regattafelder des Zürichsees.
Vor Rapperswil wartete am Pfingstsonntag bereits die nächste Herausforderung. In der Kemprater Bucht empfing die Flotte zwar Thermik und Sonne pur, doch die Bedingungen verhielten sich anders als üblich. Nicht die Nähe zum Ufer brachte Vorteile, sondern überraschenderweise der Weg mitten durch die Bahn. Dazu kam deutlich weniger Wind als bei einer klassischen Rapperswiler Thermik. Der erste Lauf begann spektakulär mit einem Massenfrühstart, bevor sich das Feld im zweiten Versuch sauber auf den Weg machte. Während der Wind auf dem Downwindkurs zunehmend nachliess, wurde die Wettfahrt verkürzt, um die geplante Target-time halten zu können. Vorne bestätigten sich erneut die starken Leistungen des Vortages. Hinter den Teams aus Männedorf sorgte diesmal jedoch das Multisponsor Team Primobau aus dem Zürcher Yacht Club für Aufsehen. Mit einem starken dritten Platz segelte sich das Team verdient ins Rampenlicht. Danach wurde der Zürichsee wieder zum Geduldsspiel. Stundenlang wartete die Flotte bei Glacé und Sommerhitze auf neuen Wind, ehe der Regattatag schliesslich beendet werden musste.
Auch am Montag zeigte sich ein ähnliches Bild. Die Thermik kehrte zwar nochmals zurück, blieb jedoch schwach und unbeständig. Eine verkürzte Wettfahrt konnte noch gesegelt werden, danach schlief der Wind erneut ein. Der zweite Lauf wurde abgebrochen, weitere Regatten waren nicht mehr möglich.
Damit zeigte sich das Podest des gesamten Wochenendes, wie bereits früh an der Langstreckenregatta abgezeichnet. S2 Immobilien Promotion gewann den Act vor Werubau und Azzurra aus dem Segelclub Stäfa. Besonders erfreulich war auch der starke vierte Platz von Primobau, der dem Team aus dem Zürcher Yacht Club die verdiente Holzmedaille einbrachte.
In der Jahreswertung sorgte das Pfingstwochenende ebenfalls für viel Bewegung. Team Werubau machte gleich vier Plätze gut, Wisp aus dem Zürcher Yacht Club gewann zwei Ränge und Azzurra aus dem Segelclub Stäfa rückte ebenfalls weiter nach vorne. In der Teamwertung übernahmen das Gespann Azzurra und Multisponsor Primobau neu die Führung.
Mit dem Act 3 ist nun die erste Zürichsee-Serie der Saison abgeschlossen. Jetzt richtet sich der Blick auf die grossen Auswärtsregatten und damit auch auf eines der beliebtesten Reviere des compasscups. Als Nächstes wartet der Urnersee. Und wenn dort die Thermik einsetzt, wird es meist nicht nur windig, sondern auch richtig spektakulär. Wir sind gespannt.
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