Es war kein typischer Thunersee wie die compasscup Familie ihn kennt. Statt Thermik oder Flaute herrschte Westwind, statt Sommerhitze ein frischer Frühlingstag mit Schaumkronen. Der dritte Act des compasscups zeigte sich anders – kantiger, taktischer, fordernder. Und genau das machte ihn besonders. Gastgeber war der Thunersee Yachtclub, die Wettfahrtleitung lag in den Händen der eigenen Juniorinnen und Junioren. Jung, engagiert, sympathisch – ihr Auftritt beeindruckte alle.
Schon kurz nach dem Skippermeeting hiess es Auslaufen: Der Wind stand, die Bedingungen waren gut, die Strecke gesetzt. Es ging gleich zur Sache. Beim ersten Lauf übernahm das Team Silvia mit Heimvorteil durch Skipperin Corinne Meyer von Beginn an die Führung. Mit präzisem Timing und sicherem Gespür zog das Team aus dem Regattaverein Brunnen an der Konkurrenz vorbei und liess auch im zweiten Rennen keine Zweifel aufkommen. Erst im dritten Lauf brachte ein starker Rechtsdreher neue Verhältnisse – und ein neues Siegerteam: S2 Immobilien Promotion.
Die Läufe am Samstag hatten es in sich. Schaumkronen, 3 Windstärken und Winddreher bis zu 30 Grad forderten alle an Bord. Das Feld zog sich schnell auseinander, denn wer als Erste an der Luvtonne war, hatte meist freie Bahn bis ins Ziel. Überholmanöver? Selten. Dafür entschied oft schon der Start über den Rennverlauf der langen Läufe mit bis zu 1300 Meter Kreuz. Mit dem abendlichen Abflauen des Winds wurde der vierte und letzte Lauf des Tages unter den letzten brauchbaren Böen gestartet – und das mit Erfolg. Danach liessen alle den Tag bei bester Gesellschaft im Clubrestaurant des TYC ausklingen. Eine echte Seglergemeinschaft.
Der Sonntag begann sportlich: Oberwind, Schaumkronen, drei knapp vier Beaufort. Ein starker erster Lauf mit klaren Verhältnissen. Team Veriset dominierte von Start bis Ziel und setzte ein Ausrufezeichen, der wohl erste Sieg der Skipperin Madeleine Maurer in ihrer compasscup Karriere. Danach flaute der Wind leicht ab, aber die Konzentration blieb hoch. Einige Zuschauerboote säumten das Feld. Im zweiten Rennen wurden zwei Frühstarts nicht entlastet – bittere Disqualifikation. Das dritte Rennen war dann besonders schön anzusehen: Alle Yachten liefen innerhalb von zwei Minuten durchs Ziel, das Feld kompakt, die Dynamik spürbar.
Nach dem vierten Lauf war Schluss. Acht Wettfahrten – das maximale Ziel der Ausschreibung erreicht – obwohl noch zwei Stunden Zeit bis zur letzten Startmöglichkeit geblieben wären. Der Thunersee verabschiedete die Onyx-Flotte sowie die Drachen und 15m SNS mit einem letzten Blick auf die schneebedeckten Berge, Alpencup nichts anderes wurde uns versprochen.
Bei der Rangverkündigung auf der Clubhaus-Terrasse war die Stimmung ausgelassen. Es wurde geklatscht, gewürdigt, gefeiert. Vor allem die junge Wettfahrtleitung bekam Applaus und eine spontane Welle der Segler – ein starkes Zeichen des Miteinanders.
Und auch sportlich brachte der Act Bewegung: Team Silvia in Thun auf Platz zwei kletterte zwei Ränge in der Gesamtwertung nach oben, Primobau aus dem Zürcher Yacht Club und Veriset aus dem Segelclub Männedorf je einen. An der Spitze glänzte sowohl am Alpencup wie auf der Gesamtrangliste S2 Immobilien Promotion aus dem Segelclub Männedorf mit Konstanz, Präzision und dem verdienten Actsieg. Die Bronzemedaille ging an das ebenfalls stark segelnde Team Werubau – ein Erfolg für beide Crews aus Männedorf.
Ein Wochenende wie dieses erinnert uns daran, warum wir segeln: Acht Wettfahrten, zwei volle Tage auf dem Wasser, Wind vom Morgen bis zum Abend. Kein Warten, kein Zaudern – nur segeln. So kann es weitergehen. Der Act 3 war ein Geschenk – und ein Versprechen für die nächste Etappe der Saison – die Klassenmeisterschaft, wir kommen.
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