Der Zürichsee zeigt sich diesen Sommer von einer aussergewöhnlichen Seite. Im Juli erreichte der See den tiefsten Wasserstand für einen Juli seit Beginn der Messungen im Jahr 1951. Rund 25 Zentimeter fehlten damals bereits zum langjährigen saisonalen Mittel und der Pegel ist seither weiter gesunken.
Was zunächst nach einem kleinen Unterschied klingt, wird für den Regattasport zunehmend spürbar. Einige Häfen und Stege können von grösseren Yachten bereits nicht mehr ohne Grundkontakt angefahren werden. An einzelnen Kranplätzen reicht die Wassertiefe teilweise nicht mehr aus, um grössere Boote sicher aus dem Wasser zu nehmen. Auch erste ONYX Yachten mussten ihre Bojen- oder Hafenplätze verlassen, weil sie auf dem Grund aufstanden oder dies unmittelbar drohte.
Für den Bächau-Cup vom kommenden Wochenende hat der tiefe Wasserstand nun ebenfalls Konsequenzen. Die Ein- und Ausfahrt ins Bächauseeli ist kritisch bis teilweise nicht mehr möglich. Der Segelclub Enge musste deshalb das Yacht-Weekend vom 22. und 23. August schweren Herzens absagen. Sicherheit und der Schutz der Yachten haben dabei klar Vorrang.
Auch wir haben in den vergangenen Tagen versucht, kurzfristig eine Alternative für den Bächau-Cup auf die Beine zu stellen. Aufgrund der kurzen Vorlaufzeit und der begrenzten Ressourcen war dies leider nicht möglich. Ein grosses Dankeschön geht an Urs Rothacher, der trotzdem alles versucht hat, noch eine Lösung zu finden.
Ganz ohne Segeln muss das Wochenende aber nicht bleiben: Das Sunset Race der Seglervereinigung Thalwil am Freitagabend findet trotz des tiefen Pegelstands statt.
Für alle, die ihre Yacht am Zürichsee liegen haben, gilt aktuell besondere Aufmerksamkeit: Wassertiefe am Hafen- oder Bojenplatz, sowie mögliche Einfahrten und Belegleinen regelmässig kontrollieren. Das AWEL hat die Bootsplatzmieter/innen in einem Infoschreiben bereits darauf hingewiesen, dass der Pegel gemäss Prognosen bis Ende August nochmals um bis zu 20 Zentimeter weiter sinken könnte.
Auch wenn der compasscup damit leider eine ungeplante Pause einlegen muss: Wir freuen uns nun umso mehr auf die Rückkehr aufs Wasser und hoffen, dass sich der Zürichsee bis zum nächsten compasscup-Act wieder etwas erholt hat.
Bis dahin bleibt uns die Vorfreude auf den nächsten Act und die Erinnerung an eine bisher umso abwechslungsreichere Saison.
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